Im September 2008 beendete der damals erst 22-jährige Sebastian Manz fulminant seine Wettbewerbskarriere. Beim renommierten Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München errang er nicht nur den seit 40 Jahren nicht mehr vergebenen 1. Preis, sondern auch den begehrten Publikumspreis sowie weitere Sonderpreise. Für den Schüler von Sabine Meyer folgten unmittelbar danach Auftritte mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Fernsehaufzeichnung, dem RSO Stuttgart und dem Collegium Musicum in Basel. Einige Monate zuvor hatte er mit seinem Klavierpartner Martin Klett auch den Deutschen Musikwettbewerb als „Duo Riul“ gewonnen.
Sebastian Manz wurde 1986 in Hannover als Sohn der Pianisten Julia Goldstein und Wolfgang Manz geboren. Bereits als Sechsjähriger wurde er in den Knabenchor Hannover aufgenommen und kam mit musikalischen Größen wie Eliot Gardiner und Leonard Slatkin zusammen. Seinen ersten Klarinettenunterricht erhielt er mit sieben bei Wilfried Berk, und mit 11 Jahren wurde er als Jungstudent an der Musikhochschule Lübeck angenommen.
Seine erste Tournee als Solist unternahm Sebastian Manz bereits als 13-Jähriger mit dem Orchester der Musikschule Hannover nach Polen, im Oktober 2000 war das Orchester in Frankreich unterwegs. Er konzertierte außerdem u. a. auf der EXPO 2000 und solistisch mit der Magdeburgischen Philharmonie, den Göttinger Sinfonikern, der Neubrandenburger Philharmonie, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und den Nürnberger Symphonikern. 2006 wurde Sebastian Manz zum Festival „Schubertiade“ nach Japan eingeladen, wo er sowohl kammermusikalisch als auch solistisch auftrat.
In der Saison 2009/10 spielt Sebastian Manz u.a. mit dem Staatsorchester Darmstadt, den Bergischen Symphonikern, der Nordwestdeutschen Philharmonie, den Hofer Symphonikern, den Münchner Symphonikern und dem Wiener Kammerorchester und tritt bei den den Festivals in Mecklenburg-Vorpommern, Ludwigsburg, im Rheingau, in Mainz, und in Heidelberg auf.
Im kammermusikalischen Bereich tritt er als „Duo Riul“ sowie in der Klarinettenformation „Trio Devinne“ auf. Eigene Bearbeitungen von bekannten Jazz – und Unterhaltungsstücken haben schon oft als Zugabe eines klassischen Kammermusikabends das Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Diese musikalische Seite verwirklicht der Klarinettist mit dem Pianisten Christian Ruvolo.
01/2010
Sebastian Manz spielt auf einer Herbert Wurlitzer Klarinette und nutzt Klarinettenblätter von Arundos – Modell “Aida”
Mit der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung von Simon Gaudenz wird Sebastian Manz zum ersten Mal in Salzburgs Festspielhaus auftreten. Auf dem Programm steht Mozarts Klarinettenkonzert.
Sebastian Manz mit Jean Francaix' Klarinettenkonzert auf BR-Klassik. Ab 10.05 Uhr wird der Mitschnitt des Münchner Konzerts vom 06. Januar auf BR-Klassik ausgestrahlt.
Sebastian Manz engagiert sich bei “Rhapsody in School”. Dieses Projekt ist auf Initiative des Pianisten Lars Vogt entstanden und möchte durch Schulbesuche von namhaften Künstler/Innen Kinder und Jugendliche an die Musik heranführen und dafür begeistern. Sebastian Manz' erster Besuch einer Schule wird in Hof sein.
Jean Francaix' 1967 entstandenes Klarinettenkonzert gehört zum Schwierigsten der Klarinettenliteratur. Sebastian Manz spielt es erstmalig mit dem Bayerischen Landesjungendorchester in Neumarkt, Weiden, München, Rosenheim und Sulzbach-Rosenberg.
Am 3. Dezember startet Sebastian Manz seine Tournee mit der Nordwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung von Simon Gaudenz mit Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur. Die sieben Konzerte führen ihn nach Minden, Herford, Bad Salzuflen, Detmold, Wilhelmshaven und Paderborn. Ein weiteres Konzert gibt es dann im März 2010 in Salzburgs großem Festspielhaus.
Eine echte Wiederentdeckung für das Klarinetten-Repertoire ist das virtuose Konzert von Julius Rietz (1812–1877), einem engen Freund Felix Mendelssohn Bartholdys und Dirigent am Leipziger Gewandhaus. Sebastian Manz spielt es am 10. und 11. November mit den Bergischen Symphonikern unter der Leitung von Peter Kuhn in Solingen und Remscheid zum ersten Mal.
Sebastian Manz spielte in Saarbrücken die Uraufführung von Vito Zurajs “Concerto for clarinet”. Bei der internen Abstimmung der Musiker der Deutschen Radio Philharmonie wurde Zuraj auch der Kompositions-Sonderpries verliehen, der ihm ein Auftragswerk für Großes Orchester in 2010 ermöglicht.
“ … Er lässt die Stimmung ins grotesk Quiekende kippen, gibt rasanten Tonkaskaden Sinn und Verstand oder tritt während der Solokadenzen in einen furiosen Dialog mit sich selbst. Das erzeugt eine Suggestionskraft, der sich niemand im Europasaal der Osnabrückhalle entziehen kann. …”
Neue Osnabrücker Zeitung, 17.02.2009